Dienstag, 09.11.2021

Es wirkt fast so, als würde alle Jahre wieder das letzte Spiel vor erneuten Corona-Einschränkungen in Hirschstein stattfinden. So auch dieses Jahr? Noch ist nichts entschieden. Es bleibt also zu hoffen, dass wir weiterhin auf dem Platz um Punkte spielen können.

Am Sonntag den 07.11. fand unser Auswärtsspiel gegen den SV Hirschstein statt. An der Stelle, wo man vor drei Wochen sang- und klanglos mit 7:0 aus dem Pokal ausgeschieden ist. Doch dieses Spiel hat rein gar nichts mit dem Diesmaligen zu tun. Warum? Ganz einfach erklärt: Zum Pokalspiel hat man mit Müh und Not am Spieltag soeben noch 12 Spieler zusammengekratzt. 4 Spieler aus der 1. Mannschaft, 4 Spieler aus der 2. Mannschaft und 4 Sportfreunde von den Alten (welche am Vortag schon über 90 Minuten auf dem Platz standen) traten wenigstens an um das Spiel nicht absagen zu müssen. Zum diesmaligen Ligaspiel sah die Sache schon ganz anders aus. Obwohl mit Kroschwald, Kuschminder, Rost, Fröhlich, Freund, Krause und Ladwig wieder einige Spieler verletzt oder gesperrt fehlten, war die Mannschaft qualitativ trotzdem hervorragend aufgestellt. Somit gab es auch keine Ausreden und die Zielvorgabe Auswärtssieg war vom Trainergespann klar formuliert.

Bei wirklich starkem Wind wurde das Spiel pünktlich vom sehr gut leitenden Unparteiischen Uwe Reichelt aus Meißen angepfiffen. Von Anfang an stand der WSV mit zwei Viererketten sehr stabil und versuchte griffig und giftig in den Zweikämpfen zu Werke zu gehen, sodass man die technisch guten Spieler von Hirschstein gar nicht erst ins Kombinieren kommen ließ. Die Kugel lief im letzten Drittel sowohl beim WSV als auch beim SVH gut durch die eigenen Reihen, ohne das man in den Anfangsminuten ernsthaft nach vorn gefährlich wurde. Der WSV hatte in der ersten Halbzeit beim Spielaufbau doch ordentlich mit dem Gegenwind zu kämpfen und so fanden einige steile Bälle und sogar einfache Einwürfe nicht mal annähernd das angepeilte Ziel.

   

Man versuchte zwar Hiersemann und Kretschmar immer wieder schnell steil zu schicken, aber die Abwehr von Hirschstein war auf Zack und konnte klären oder die Stürmer vertändelnden die Bälle etwas zu leichtfertig. In der 10 Minute hatte der WSV die erste große Chance. Ein Freistoß von halblinks wurde von de Schultz schick vor das gegnerische Tor getreten, aber Hiersemann verfehlte freistehend per Kopf den Ball. Da war sicher schon mehr drin, aber Hiersemann sollte seine Momente noch bekommen.

In der 17. Minute kam dann auch Hirschstein das erste Mal mit Tempo in Richtung Tor durch und der Stürmer konnte von 2 WSV-Akteuren nur noch per Foul im Sechzehner gestoppt werden. So begann die große Sternstunde von unserem Wagner (auch genannt Betonmischa) im Tor. Echte Kenner wissen natürlich, dass die Bahnschranke nach rechts sehr schnell fällt, aber bis Hirschstein hatte sich das zum Glück nicht durchgesprochen. So tauchte Wagner beim Elfmeter wie eine Katze nach rechts unten ab und lenkte den Ball um den Pfosten.

Die anschließende Ecke kam ebenfalls gefährlich, konnte aber gut geklärt werden. Hirschstein gewann nach den ersten 20 Minuten allgemein mehr die Oberhand im Spiel. Alle hohen Bälle vom SVH wurden zwar vom starken Mittelblock Hiller, Hengst, de Schultz und Mayer umgehend retourniert und geklärt, aber mit schnellem Kurzpassspiel kam man über die flinken Außenspieler doch immer wieder gefährlich vors Weistropper Tor. Bisher konnte man aber immer wieder zur Ecke klären. Doch auch diese Ecken der Hirschsteiner wurden immer gefährlicher, fanden aber letztendlich nicht das Ziel.

Beim WSV blieb das Bild gleich. Auch nach 30 Minuten tat man sich weiterhin schwer mit dem Gegenwind und so konnte man zwar kurz gut kombinieren, aber die Bälle in die Spitze verfehlten die zwei fleißigen Angreifer. So hatte man zum Beispiel eine prima Kontersituation als man Hiersemann auf die Reise schickte und Mayer und de Schultz mit nach vorn eilten. Leider fand sein Querpass aber keinen von den beiden und der Ball flog ins Seitenaus. Hier hätte durchaus was entstehen können.

Hirschstein war nun in der Schlussviertelstunde deutlich näher am ersten Tor als der WSV. Oftmals konnte man sich hier 20 bis 30 Meter vor dem eigenen Tor meist etwas unglücklich nur per Foul helfen und so kam der SVH immer wieder zu gefährlichen Standards. Allerdings hatten die heimischen Freistoßschützen heute einfach nicht den besten Tag erwischt und so segelten die meisten Versuche über das Tor von Wagner.

In der 40. Minute dann die Sternstunde von unserem Linksverteidiger Hanzelka. Der aufmerksame Zuschauer wird sich heute gefragt haben, warum der mit eigentlich ca. 60 kg dürre Hanzelka heute so wuchtig gewirkt hat. Alle Fragen, ob der Fuchs sich vor dem Spiel einen Pullover unter das Trikot gesteckt hat, um massiver und angsteinflößender zu wirken oder ob Ihm einfach nur kalt war, ließ er bis heute unbeantwortet. Sei es wie es sei, einen fälligen Freistoß aus 18 Meter Torentfernung ließ sich der Zauberfuß nicht nehmen und verwandelte einen schönen Schlenzer über die Mauer zur 1:0 Führung für den WSV ins Tor. In der 45. Minute gab es eine ähnliche Freistoßgelegenheit auf der anderen Seite, aber der heute sehr gut aufgelegte Wagner lenkte den Schuss aus 22 Meter Torentfernung noch über die Latte. 

 


In der zweiten Halbzeit wollte der WSV nun mit Rückenwind noch mehr Druck aufbauen, aber auch Hirschstein wollte natürlich schnell zurückschlagen und drückte in den Anfangsminuten sehr stark nach vorn. Die Weistropper Abwehr war hier gleich enorm gefordert und kam etwas wacklig aus der Kabine. Doch im Endeffekt konnten alle Angriffe immer wieder gut verteidigt werden.

Die erste große Chance auf Erhöhung des Spielstands hatte der WSV in der 51. Minute. Ein Freistoß von Hiller fand den einlaufenden de Schultz, der den Ball aber letztendlich doch einige Meter weit am Tor vorbei schoss. 5 Minuten später versuchte sich Schmieder von halbrechts aus 30 Meter Entfernung per Freistoß, doch auch sein Ball rutschte ab und ging wenige Meter am Tor vorbei.

In der 57. Minute war es dann erneut Hanzelka, der Ihm zeigte wie man es besser machte. Mittlerweile wieder windschnittig ohne Pullover unter dem Trikot nahm er aus 30 bis 35 Metern Entfernung auf halbrechter Position Maß und zirkelte den Ball aufs lange Eck. Der Ball wurde lang und länger. Der Torwart aus Hirschstein stieg hoch und schien Ihn zu haben, ließ Ihn aber durch die Finger rutschen, legte sich das Ei selbst ins Nest und so stand es plötzlich 0:2 für den WSV. Was für ein Sahnetag für Hanzelka.

  

Die Freude währte aber nur kurz, denn Hirschstein hatte gar keine Lust das Spiel schon abzuschenken und drückte unnachgiebig weiter nach vorn. In der 60. Minute wurde dann ein SVH-Spieler im Sechzehner von Schmieder gefoult und es gab erneut Elfmeter für die Heimmannschaft. Der fällige Elfmeter wurde sicher in rechts verwandelt zum 1:2 Anschlusstreffer, während die Bahnschranke Wagner erneut nach rechts kippte. Aber da kein Vorwurf, zwei gehaltene Elfmeter wären ja schon fast Hexerei gewesen.

Natürlich dachten nun alle Akteure und Zuschauer, dass Hirschstein durch den Anschlusstreffer die zweite Luft bekommen sollte und voll auf Angriff spielt. Doch irgendwie war das nicht der Fall. Im Gegenteil. Der WSV wirkte nun noch gefestigter und ließ den Ball sauber in den eigenen Reihen laufen. Man versuchte nun wieder über Konter vorn Nadelstiche zu setzen. Im Endeffekt war es aber ein katastrophaler Abwehrbock, der das nächste Tor einleitete. Am eigenen Sechzehner ging der Verteidiger der Heimmannschaft ins Dribbling und verdaddelte den Ball leichtsinnig an Schmieder. Der wiederum nahm die Einladung gern an und hämmerte die Pille humorlos vom linken Strafraumeck in den rechten Winkel zum 1:3 für den WSV.

Man merkte der Hintermannschaft aus Hirschstein die Verunsicherung nun immer deutlicher an. Hohe Bälle wurden falsch eingeschätzt, es wurde am Ball vorbei geprügelt und frei nach dem Motto „Nimm du Ihn! Ich hab ihn sicher.“  agiert. In der 75. Minute hätte das Geburtstagskind Woiterski fast den Sack zugemacht. Ein langer Ball wurde vom Gegner wieder unterschätzt und Woiterski sprintete durch, legte sich den Ball nochmal am Gegner vorbei, aber sein Abschluss rauschte wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. Woiterski hat aber ehrlicherweise zu diesem Zeitpunkt froh sein können, dass er noch nicht Gelb-vorbelastet war und von den Coaches so noch nicht ausgewechselt werden musste. Denn bis dahin hatte er sicher schon 10 mal gefoult. Auch wenn es nur kleine Vergehen waren, hätte er auf die Menge gesehen die Karte schon lange verdient gehabt.

Hätte wenn und aber, er war noch auf dem Platz und maßgeblich am nächsten Treffer beteiligt. Wieder wurde der schnelle Woiterski in den Sechzehner geschickt und von seinem Gegenspieler leicht gestoßen. Der Unparteiische entschied sofort auf Elfmeter. Natürlich gab es hier großen Ärger bei Hirschstein und den heimischen Fans. Auch ich bin der Meinung, dass der Kontakt zu wenig war für einen Pfiff, aber der Schiedsrichter hat es anders gesehen. Hiersemann war das ganze drumherum um den Pfiff ziemlich egal. Der schnappte sich den Ball und jagte Ihn in der 78. Minute eiskalt oben links in die Maschen. 1:4 nun für den WSV. Doch es kam noch dicker für die Heimmannschaft.

Jetzt funktionierte wirklich alles bei den Weistroppern. In der 82. Minute wollte de Schultz den Ball eigentlich nur hoch und weit klären, aber durch den immer noch starken Wind nahm der Ball eine so eiernde Kurve das er dem freistehenden Hiersemann am gegnerischer Fünfer quasi vor die Füße viel und er mit der Hüfte zum 1:5 am verdutzten Torhüter vorbei zur endgültigen Entscheidung einlochte. Danach passierte nicht mehr viel. Woiterski stocherte immer noch durchs Mittelfeld und rempelte alles um was nicht aus dem Weg ging, aber so richtig gefährlich wurde Hirschstein in den Schlussminuten nicht mehr. So endete das Spiel schließlich mit 1:5 für den Weistropper SV. Die Revanche für das verlorene Pokalspiel war also mehr als geglückt.

Ja, man hatte Glück, dass man nicht per Elfmeter in Rückstand geriet. Und ja, vorn bestrafte man heute die Fehler eiskalt. Aber alles in allem war der Sieg am Ende doch verdient. Man gewann viele wichtige Zweikämpfe und setzte die eigenen Ideen um während die Heimmannschaft vorm Gästetor selbst heute etwas unglücklich agierte. Somit zieht man in der Tabelle an Hirschstein vorbei und liegt mit 3 Punkten Rückstand hinter Gröditz und Nauwalde nun auf dem 3. Platz.

Coach Mark sagte nach dem Spiel: "Revanche geglückt! Nach dem bitteren Pokalaus konnten wir uns diesmal mit einer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung erfolgreich durchsetzen. Alle sind an ihre Leistungsgrenzen gegangen und haben sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Gratulation an meine Mannschaft!"

Wir bedanken uns bei allen mitgereisten Zuschauern und würden uns freuen, wenn wir euch nächsten Samstag den 13.11. zum Heimspiel gegen Lok Nossen um 14 Uhr in Weistropp wieder begrüßen dürfen, insofern die Spiele aufgrund der dann geltenden Bedingungen stattfinden können.

Bleibt gesund und sportlich. (FdS)

 

Aufstellung:

Tor: Wagner

Abwehr: Pietzsch, Hengst, Hiller, Hanzelka,

Mittelfeld: Woiterski, Mayer (86. Fleischer), de Schultz, Schmieder

Sturm: Kretschmar (67. Oppermann), Hiersemann

 

 

 

(Quelle Fotos: SV Hirschstein - Weistropper SV/Klipphausen Ergebnis: Kreisliga A - Herren - 07.11.2021 (fussball.de) ; User: Malorenz)

   
   
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