Mo., 18.11.2019

Zum Auswärtsspiel am letzten Samstag reisten die Weistropper zum Aufsteiger ESV Lok Riesa. Mit einem gut besetzten Kader sollte im 9. Spiel der Saison auch der 9. Sieg eingefahren werden. Im gewohnten System sollten Ball und Gegner laufen gelassen und die drei Punkte eingetütet werden. Das es auf dem sehr großen und etwas holprigen Geläuf nicht immer leicht werden würde, war allen bewusst, doch dass der Aufsteiger dem WSV so viel abverlangen würde, hätte niemand gedacht.

Das Spiel begann, wie es sich die Trainer vorgestellt hatten – viel Ballbesitz, sicheres Pass- und ein geordnetes Positionsspiel waren in den ersten Minuten zielführend.

So konnte der erste sehr gut vorgetragene Angriff über die Außen auch mit der schnellen 1:0-Führung gekrönt werden. Freund schickte mit einem sehenswerten Schnittstellenpass Kroschwald in die Gasse, dessen präzise Flanke kann Hiersemann in der Mitte zur Führung in der 5. Minuten einköpfen.

Danach bot sich den Zuschauern das gleiche Bild – Weistropp mit klarem Übergewicht am Ball und vereinzelten Abschlüssen. Riesa konzentrierte sich in dieser Phase nur auf das Verteidigen und machte die Räume sehr eng. So spielten sich die Gäste den Ball wie im Handball um den 16er herum zu, richtig zählbares kam dabei aber nicht zustande.

Mehrere, teils gut vorgetragene Angriffe, wurden entweder durch den guten Torhüter vereitelt oder eines der zahlreichen Riesaer Abwehrbeine war dazwischen. So konnten sich Freund, Kroschwald, Mayer, Fröhlich, Hiersemann, erneut Freund und Mayer nicht für Ihren Einsatz belohnen.

In der 39. Minute dann die erste Möglichkeit für die Gastgeber – ein langer Einwurf wird brandgefährlich, doch der anschließende Schuss wird abgefälscht und geht am langen Pfosten vorbei ins Aus. Die anschließende Ecke bringt nichts ein.

Die letzten Minuten vor der Halbzeit wieder einige Chancen für die Weistropper, doch die Abschlüsse von Müller und zweimal Mayer führen nicht zum gewünschten Erfolg.

          

          

In der Halbzeit motivierten die Trainer das Team noch einmal, auch in den zweiten 45 Minuten alles in die Waagschale zu werfen und weiter nach vorn zu spielen und hier die drei Punkte zu sichern.

Die Spieler versuchten dies auch umzusetzen, und das Spiel war ein Abbild der ersten Halbzeit. Weistropp mit deutlich mehr Ballbesitz und auch den gefährlicheren Angriffen, doch Schussglück hatte heut niemand. Das Tor schien zugenagelt wie die Jungfräulichkeit einer Nonne, egal was man versuchte, es schien kaum ein Weg zum Erfolg zu führen.

So landete ein Schuss von Kroschwald an der Latte; Fröhlich tanzte die halbe Abwehr aus, aber sein Schuss verfehlte das Tor. Immer wieder versuchte man es über Pässe in die Schnittstelle auf die schnellen Außenspieler, aber entweder war ein Riesaer dazwischen oder der Ball wurde Opfer des holprigen Rasens.

Mit zunehmender Spielzeit ließ dann auch zusehends die Konzentration nach, so dass einfache Pässe zum Nebenmann entweder schlampig oder gar nicht erst gespielt wurden. Das fehlende Schussglück brachte da sein übriges dazu.

Das erlösende und beruhigende 2:0 fiel erst in der 80. Spielminute, als Kroschwald den Ball präzise in die Gasse spielte und Mayer das Spielgerät mit etwas Glück und Mithilfe des Torwarts im Tor unterbringen konnte.

Das Spiel war damit entschieden und die Punkte im Sack. Drei Minuten vor Schluss konnte sich auch noch Kroschwald in die Torschützenliste eintragen. Wieder suchte man den Weg über die linke Außenbahn, Woiterski spielt Kroschwald im 16er an, der tanzt noch drei/vier Gegner aus und setzt die Kugel ins lange Eck. Danach passierte nicht mehr viel und die Partie wurde pünktlich abgepfiffen.

Coach Klemm äußerte sich nach dem Spiel erleichtert: „Kein schönes Spiel in Riesa, aber effektiv! Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, hinten sicher stehen und nach vorn geduldig spielen, über kurz oder lang werden wir dann auch zum Erfolg kommen! Erste Halbzeit haben wir das bis auf zwei Unachtsamkeiten in der Hintermannschaft auch hervorragend umgesetzt. Die Chancenverwertung hätte deutlich besser sein können, aber wir sind nicht nervös geworden, das hat mir gefallen. Zweite Halbzeit war dann etwas zäh, Riesa stand besser und wir haderten etwas mit unseren Chancen. Da wir aber in den letzten zehn Minuten noch den Sack zu machen, bin ich in Summe zufrieden. Drei Punkte und zu Null würde ich vor jedem Spiel unterschreiben, also alle gut und weiter zum nächsten Sieg!"

 

In typischer Matthias-Sammer-Manier muss auch in Zeiten des Erfolgs der Finger in die Wunde gelegt werden.Durch die 2:3-Auswärtsniederlage unseres ärgsten Widersachers SV Hirschstein beim SV Strehla, haben es die Jungs in den kommenden Spielen gegen Ebersbach und Baßlitz selbst in der Hand, als alleiniger Tabellenführer in die Winterpause zu gehen. 

Klar konnte man die beiden letzten Spiele mit zwei Siegen für sich entscheiden, doch die Art und Weise ließ stellenweise zu wünschen übrig. Um das große Ziel zu erreichen, benötigt es von jedem Einzelnen wieder mehr Willen, Leidenschaft und Zielstrebigkeit. Alle müssen in den kommenden 180 Spielminuten hellwach, jeder Muskel muss angespannt, gallig und auf das große Ziel forciert sein. Die Laufbereitschaft muss wieder die gleiche wie zu Beginn der Saison sein, von Anfang an müssen wieder Meter für Meter gemacht werden. Jeder hat seinen Nebenmann zu unterstützen, die Zweikämpfe sollten wieder aggressiver geführt werden und alle sollen sich gegenseitig zu neuen Bestleistungen pushen. Die Geilheit vom Saisonbeginn muss wieder auf dem Platz zu sehen sein. Wenn die Jungs das berücksichtigen und zu Herzen nehmen, können auch in den beiden kommenden Spielen zwei Siege eingefahren werden.

In diesem Sinne heißt es die Woche im Training Vollgas geben und sich bestmöglich auf das Heimspiel am Samstag gegen Ebersbach vorzubereiten.


Wir sind bereit, lasst es uns anpacken!

 

Aufstellung:

TW: Kuschminder

Abwehr: Pietzsch (60. Woiterski), Exner, Hiller, Ladwig

Mittelfeld: Freund, Fröhlich (71. Rehn), Müller

Sturm: Kroschwald, Hiersemann (65. Schiffer), Mayer

 

   
   
Metallschlosserei Lehmann
   
   
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